ClearBridge Investments hat sein Portfolio der Large-Cap-Wachstumsstrategie für das zweite Quartal 2026 neu strukturiert. Der Vermögensverwalter kaufte Anteile an Micron Technology, während er die Bestände in Microsoft und Amazon reduzierte. Zudem verkaufte er seine gesamte Beteiligung an Intuit.
Die Schritte spiegeln ClearBridges Einschätzung wider, wohin sich das KI-Wachstum in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 entwickelt.
Warum Micron?
ClearBridge bezeichnete Micron als „strategische, differenzierte“ KI-Investition. Das Unternehmen wies auf die steigende Speichernachfrage durch KI-Rechenzentren hin, die weit mehr Speicher benötigen als traditionelle Computersysteme.
Micron Technology, Inc., MU
Laut ClearBridge machen Halbleiter nun über 30 % des Russell 1000 Growth Index aus. Das Unternehmen sieht in Micron einen gezielten Weg, um vom Aufwärtspotenzial der Ausgaben für KI-Infrastruktur zu profitieren.
Der Zeitpunkt ist im Kontext bemerkenswert. Die Micron-Aktie ist in den letzten fünf Handelstagen um mehr als 17 % gefallen. Starke vorläufige Ergebnisse von Samsung konnten den Speichersektor nicht beleben. Bedenken hinsichtlich der Höhe der KI-Ausgaben und der geplante US-Börsengang von SK Hynix verstärkten den Verkaufsdruck.
Trotz dieses Rückgangs ist die Wall Street nicht bärisch geworden. Morgan-Stanley-Analyst Shawn Kim beschrieb den Markt-Rückgang als „notwendige Korrektur“, nicht als Zeichen dafür, dass der Speicherzyklus beendet ist. Bank-of-America-Analyst Vivek Arya behielt seine Kaufempfehlung bei und erklärte, die Befürchtungen bezüglich Überangebot und Preisgestaltung seien übertrieben.
ClearBridge hat seine gesamte Intuit-Position aufgelöst. Der Grund war eindeutig: Das Unternehmen glaubt, dass KI Teile von Intuits Geschäft mit der Steuererklärung commodifizieren und somit seinen Wettbewerbsvorteil verringern könnte.
Dies ist eine vorsichtige Einschätzung eines Unternehmens, das lange eine dominante Stellung in der Software für Verbrauchersteuern innehatte. ClearBridge deutete keine breiteren Bedenken hinsichtlich anderer Geschäftsbereiche von Intuit an.
Neben Micron erhöhte ClearBridge im Laufe des Quartals seine Beteiligungen an Alphabet, Arista Networks, Blackstone und Tesla.
Die Strategie blieb im zweiten Quartal hinter ihrer Benchmark zurück. ClearBridge ist weiterhin der Ansicht, dass die Führungsrolle in der KI-Infrastruktur und eine breitere Marktbeteiligung in der zweiten Hälfte des Jahres zu besseren Renditen führen werden.
Microsoft und Amazon wurden reduziert, aber nicht vollständig aus dem Portfolio genommen. Beide verbleiben mit reduzierten Gewichten im Portfolio.
Laut dem TipRanks-Aktienvergleichstool sind Analysten am bullischsten gegenüber Micron, Microsoft, Amazon, Alphabet und Arista Networks. Alle fünf Werte haben eine konsensuale Strong-Buy-Empfehlung.
Micron weist das höchste Aufwärtspotenzial der Gruppe mit rund 67 % auf. Microsoft liegt bei 45 % Aufwärtspotenzial. Amazon bei 30 %.
Intuit, das von ClearBridge nun verkauft wurde, weist laut Analysten ein Aufwärtspotenzial von rund 59 % auf und hat eine Moderate-Buy-Empfehlung. Auch Blackstone hat eine Moderate-Buy-Empfehlung. Tesla wird mit Hold bewertet.
ClearBridge hat zu diesem Zeitpunkt keine weiteren geplanten Änderungen am Portfolio signalisiert.
Der Beitrag „ClearBridge Drops Microsoft and Amazon — Here’s the AI Stock It’s Buying Instead“ erschien zuerst auf CoinCentral.


