Nvidia hat bisher im Jahr 2026 einen bescheidenen Anstieg von 4 % verzeichnet, ein starker Kontrast zum beeindruckenden Anstieg von 72 % des SOX-Halbleiterindex. Für ein Unternehmen, das weiterhin führend in der KI-Chip-Technologie ist, fällt diese Leistungslücke auf.
NVIDIA Corporation, NVDA
Vivek Arya, ein Analyst der Bank of America, der zu den besten 2 % an der Wall Street gehört, ist der Ansicht, dass diese Unterperformance ungerechtfertigt ist. Er untermauert diese Überzeugung mit einem Kursziel von 350 $ für NVDA. Da die Aktien nahe bei 197 $ gehandelt werden, impliziert die Prognose von BofA ein Aufwärtspotenzial von etwa 78 %.
Arya identifiziert vier Hauptbedenken, die die Anlegerstimmung beeinflussen: Erosion der Bruttomarge durch erhöhte Speicherkosten, Bedrohungen durch benutzerdefinierte ASIC-Chips, konzentrierte institutionelle Positionierung und ineffiziente Kapitalallokation durch Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen.
Seine Einschätzung? Diese Bedenken sind entweder übertrieben oder grundlegend missverstanden.
In Bezug auf die Speicherkosten weist Arya darauf hin, dass die HBM-Kosten pro Rack beim Übergang von Blackwell- zu Rubin-Plattformen zwar um 0,2–0,3 Mio. $ steigen könnten, die Rack-Preise jedoch gleichzeitig um 2–3 Mio. $ springen könnten – von etwa 3–4 Mio. $ auf 6–7 Mio. $. Diese Preissetzungsmacht sollte seiner Analyse zufolge die Bruttomargen auf einem Niveau von Mitte der 70er Prozent stabil halten.
Es gibt Wettbewerb durch benutzerdefinierte ASICs, aber dies ist kaum eine neue Entwicklung. Google stellte seinen TPU bereits 2015 vor. Amazon stieg 2020 mit Trainium ein. Meta startete MTIA im Jahr 2023. Trotz dieser Reihe von Konkurrenten hat sich Nvidias Umsatz mit GPU-Beschleunigern um das 700-Fache erhöht.
Die jüngsten Segmentoffenlegungen des Unternehmens zeigen, dass die Verkäufe an Hyperscaler im Jahresvergleich um 115 % gestiegen sind – im Wesentlichen doppelt so schnell wie das Wachstum der Cloud-Kapitalausgaben. Arya interpretiert dies als Beweis für Marktanteilsgewinne, nicht für Erosion.
Der grundlegende Unterschied zwischen GPUs und ASICs, betont er, liegt in der Vielseitigkeit. ASICs sind für schmale Arbeitslasten innerhalb der Infrastruktur eines einzelnen Hyperscalers konzipiert. Nvidia liefert eine Plattform mit universeller Kompatibilität. Arya prognostiziert, dass Nvidia langfristig 65–70 % der KI-Kapitalausgaben kontrollieren wird, wobei die verbleibenden 30–35 % auf ASICs und Konkurrenten wie AMD entfallen.
In Bezug auf die Eigentümerkonzentration halten rund 78 % der aktiven S&P 500 Fonds NVDA-Positionen mit einer Gewichtung von 1,15x. Die strategischen Investitionen belaufen sich auf insgesamt etwa 65 Mrd. $. Obwohl Arya diese als potenzielle Gegenwinde anerkennt, berechnet er, dass die Investitionen weniger als 35 % des freien Cashflows verbrauchen, wodurch Kapazität für Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen erhalten bleibt.
Arya hebt die bevorstehende Gewinnbekanntgabe als potenziellen Katalysator für eine Umkehr der Stimmung hervor. Er erwartet, dass sie „Nvidias Wettbewerbsvorteile in Bezug auf Produkte, Preissetzungsmacht und Lieferkettenausführung stärken wird.“
Bei den aktuellen Bewertungen handelt NVDA mit dem 18-fachen des zukünftigen Gewinns – ein Sieben-Jahres-Tief. Seine Large-Cap-Technologie-Pendants – Amazon, Meta, Google, Microsoft, Apple – weisen ein durchschnittliches forward KGV von 22x–19x auf Basis der Projektionen für CY27/28 auf. Das stellt eine Prämie von 30–35 % gegenüber Nvidia dar, die Arya angesichts der Wachstumsentwicklung des Unternehmens für unbegründet hält.
Der Konsens an der Wall Street unterstützt diese Sichtweise. Von 37 Analysteneinstufungen empfehlen 36 Kauf und eine Halten. Das konsensierte Kursziel liegt bei 309,33 $, was ein Aufwärtspotenzial von 57 % in den nächsten zwölf Monaten impliziert.
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