KUALA LUMPUR, 5. Juli — Die verschärften Regeln Europas für den Zugang von Kindern zu Videospielen könnten die globale Gaming-Industrie Milliarden von Dollar kosten, da sich die Regulierungsbehörden auf Funktionen wie Lootboxen konzentrieren, die nach Ansicht von Kritikern dem Glücksspiel ähneln, so Bloomberg.
Dem Bericht zufolge sind die Regulierungsbehörden zunehmend besorgt, dass Minderjährige mit Spielen und In-Game-Funktionen konfrontiert werden, die als für ihr Alter ungeeignet eingestuft werden, wobei Lootboxen – kostenpflichtige digitale Schatzkisten, die zufällige Belohnungen bieten – besonders in den Fokus rücken.
Im Juni begann die Pan-European Game Information (PEGI), Spiele mit Lootboxen als für Spieler unter 16 Jahren ungeeignet einzustufen.
Die Europäische Union erwägt auch ein Verbot von Lootboxen in Spielen, die für Minderjährige zugänglich sind, im Rahmen eines vorgeschlagenen Gesetzes, das als Digital Fairness Act bekannt ist und voraussichtlich nächstes Jahr verabschiedet wird.
Bloomberg berichtete, dass das Vereinigte Königreich im Rahmen seines Online Safety Act bereits Altersüberprüfungsanforderungen für Videospielunternehmen eingeführt hat, während Brasilien ein Verbot des Verkaufs von Lootboxen an Minderjährige angestrebt hat.
Der Videospielökonom und -designer Catalin Alexandru sagte Bloomberg, dass die Vorschriften die Nutzerzahlen, die Werbeeinnahmen und die In-Game-Ausgaben reduzieren könnten, was die Industrie jährlich potenziell Milliarden von Dollar kosten würde.
Laut einer von Bloomberg zitierten Studie von S&P Global generierten zufallsbasierte Mechaniken wie Lootboxen im vergangenen Jahr weltweit etwa 23 Milliarden US-Dollar (93,6 Milliarden RM).
Der Bericht wies darauf hin, dass viele Game-Entwickler Produktänderungen global und nicht regional vornehmen, was bedeutet, dass strengere europäische Regeln Spieler und Einnahmen weltweit beeinflussen könnten.
Bloomberg berichtete auch, dass sich die behördliche Überprüfung verschärft hat, nachdem Studien ergaben, dass viele Spiele das Vorhandensein von Lootboxen nicht ordnungsgemäß offenlegten oder keine elterliche Zustimmung einholten, bevor sie Minderjährigen Käufe ermöglichten.
Gaming-Unternehmen argumentieren, dass optionale In-Game-Käufe dazu beitragen, viele Spiele kostenlos spielbar zu halten, während Branchenverbände gewarnt haben, dass übermäßige Regulierung Innovation, Verbraucherwahl und die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors beeinträchtigen könnte.
Erste Anzeichen der Auswirkungen sind bereits sichtbar geworden.
Bloomberg merkte an, dass die Aktien der Gaming-Plattform Roblox im Mai nach der Einführung strengerer Altersüberprüfungsmaßnahmen stark fielen, und erklärte, dass die Veränderungen das Nutzerwachstum verlangsamt und das Unternehmen veranlasst hätten, seine Jahresprognose für die Buchungen zu senken.


