Wer die Nachrichten verfolgt, hört es immer öfter: Die US-Wirtschaft zeige ein sogenanntes K-shaped growth (K-förmiges Wachstum). Die Reichen werden reicher dank steigender Aktienkurse, während der Rest der Bevölkerung zurückbleibt.
Aber beim Zahlungsunternehmen Stripe hat man die Zahlen genauer untersucht und ein deutlich differenzierteres Bild gefunden. An der Wall Street stimmt das Bild weitgehend. Auf der Main Street sieht es anders aus.
Das erste Diagramm zeigt, wie das reale Wachstum der Einzelhandelsausgaben (ohne Autos) sich je nach Einkommensgruppe entwickelt.
Ausgaben niedrigerer Einkommen wachsen am schnellsten? Quelle: Stripe
Was ist zu sehen? Niedrigere Einkommen (rosa Linie) zeigen in den letzten Jahren regelmäßig stärkere Wachstumsraten als höhere Einkommen. Hohe Einkommen (blau) bleiben volatiler und wachsen nicht strukturell schneller. Die Mittelklasse (grau) bewegt sich dazwischen.
Das zeigt, dass der Konsum bei niedrigeren Einkommen überraschend widerstandsfähig geblieben ist – trotz Inflation und höherer Zinsen.
Das zweite Diagramm zeigt die Entwicklung der inflationsbereinigten Löhne seit 2022.
Löhne steigen seit 2022 für alle. Quelle: StripeDie Kernpunkte:
Das dritte Diagramm zeigt, dass die realen Haushaltseinkommen seit 2022 bei der niedrigsten Einkommensgruppe am stärksten gestiegen sind.
Haushaltseinkommen wächst am schnellsten bei der ärmsten Gruppe. Quelle: StripeDas liegt zum Teil daran, dass die Arbeitsmärkte nach der Pandemie außergewöhnlich stark blieben. Unternehmen mussten Personal gewinnen und haben daher die Löhne im unteren Bereich schneller erhöht.
Das vierte Diagramm zeigt ein anderes Bild.
Ungleichheit besonders groß an der Wall Street. Quelle: StripeDie reichsten Haushalte bestimmen einen großen Teil des Aktienmarkts und damit auch des Vermögenswachstums.
Wichtige Erkenntnisse:
Das erklärt, warum die Finanzmärkte ein anderes Bild vermitteln als die Realwirtschaft.
Die Auswirkungen auf den Bitcoin (BTC)-Kurs sind interessant und verlaufen in mehreren Schritten:
Starker Arbeitsmarkt = Unterstützung für Risikobereitschaft: Solange Verbraucher weiter ausgeben und Löhne steigen, bleibt das Wirtschaftswachstum relativ stabil. Das stützt in der Regel risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin.
Ungleichheit auf Finanzmärkten = Kapitalkonzentration: Da Vermögenswachstum vor allem bei wohlhabenden Anlegern liegt, bestimmen diese maßgeblich die Kapitalströme in Richtung Krypto.
Aktien-Bullmarkt kann Krypto-Bullmarkt befeuern: Wenn die Wall Street weiter steigt, nimmt der Vermögenseffekt zu. Das kann zusätzliche Liquidität in Richtung Bitcoin lenken.
Aber ein abkühlender Arbeitsmarkt kann das Sentiment schnell drehen: Wenn Lohnsteigerungen nachlassen oder der Konsum zurückgeht, kann sich das Wirtschaftsbild schnell wenden – mit Volatilität für Bitcoin als Folge.
Die US-Wirtschaft ist also weniger einfach, als oft angenommen wird. Ja, Vermögensungleichheit wächst über Aktienmärkte. Aber gleichzeitig bleibt die Realwirtschaft – insbesondere Konsum und Löhne – überraschend widerstandsfähig.
Für Anleger bedeutet das eines: Solange die Main Street standhält und die Wall Street Liquidität schafft, bleibt das Makroklima langfristig positiv für Bitcoin.
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