Russlands größte Privatbank bereitet sich auf den Eintritt in den regulierten Kryptomarkt vor, während das Land einen neuen Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte einführt.
Die Alfa-Bank plant, Krypto-Dienstleistungen für Privat- und Firmenkunden anzubieten, und strebt eine Lizenz als digitales Verwahrlager an. Die Einführung hängt von den neuen Krypto-Regeln Russlands ab, die voraussichtlich eine rechtliche Struktur für Intermediäre, Verwahrer, Börsen und die Speicherung digitaler Vermögenswerte schaffen werden.

Dmitry Vitman, Chief Operating Officer der Alfa-Bank, sagte, die Bank plane den Aufbau von Dienstleistungen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten. Er erklärte: „In erster Linie müssen wir unser eigenes digitales Verwahrlager schaffen.“
Das geplante digitale Verwahrlager würde es der Alfa-Bank ermöglichen, Krypto-Assets für Kunden innerhalb eines regulierten Rahmens zu verwahren. Die Bank prüft zudem blockchain-basierte Anlageprodukte, um ihre Rolle im Markt für digitale Vermögenswerte auszubauen.
Die Alfa-Bank betreibt bereits A-Token, eine im Februar 2023 gestartete Plattform für digitale Finanzassets. Bei diesen Produkten handelt es sich um tokenisierte Instrumente, die innerhalb des bestehenden russischen Rechtsrahmens operieren.
A-Token hat 86 Emissionen im Wert von 37,5 Milliarden Rubel unterstützt. Dies entsprach etwa 45 % des Transaktionsvolumens mit digitalen Finanzassets in Russland im Jahr 2023 und verschafft der Alfa-Bank eine bestehende Basis, während sie sich auf umfassendere Krypto-Dienstleistungen vorbereitet.
Die Krypto-Pläne der Alfa-Bank hängen von der neuen russischen Gesetzgebung für digitale Vermögenswerte ab. Berichten zufolge hat das Gesetz die endgültige Zustimmung der Staatsduma erhalten und soll noch in diesem Jahr in Kraft treten, wobei weitere Vorschriften anschließend erwartet werden.
Der Rahmen soll lizenzierte Intermediäre etablieren und definieren, wie Krypto-Börsen und digitale Verwahrlager operieren können. Die Alfa-Bank wird eine behördliche Genehmigung benötigen, bevor sie vollständige Verwahrungs- oder Maklerdienstleistungen anbieten kann.
Vitman sagte, die neuen Regeln könnten schließlich Retail-Krypto-Maklerdienste unter Nutzung russischer und ausländischer Infrastruktur ermöglichen. Er fügte jedoch hinzu, dass es Zeit brauchen könnte, bis sich eine bedeutende Liquidität im regulierten Kryptomarkt Russlands entwickelt.
Die Alfa-Bank erwartet erst Ende 2027 eine stärkere Aktivität. Dieser Zeitplan deutet darauf hin, dass sich der Markt schrittweise öffnen könnte, sobald die Vorschriften für Lizenzen, Abrechnung, Verwahrung und den Investorzugang klarer werden.
Die Alfa-Bank ist nicht die einzige große russische Finanzinstitution, die sich auf Krypto-Dienstleistungen vorbereitet. Auch die Sberbank entwickelt ein reguliertes digitales Verwahrlager und plant, Krypto-Wallet-Funktionen in Sberbank Online und SberInvestments einzuführen.
Die Einführung durch die Sberbank wird nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes erwartet. Falls umgesetzt, könnten mehr als 100 Millionen Sberbank-Nutzer über Banking-Apps Zugang zu Krypto-Dienstleistungen erhalten.
Andere Finanzunternehmen, darunter T-Bank, VTB und die Moskauer Börse, bereiten ebenfalls Krypto-Verwahrungs- und Handelsdienstleistungen vor. Diese Schritte zeigen, dass sich Russlands große Finanzinstitute für einen regulierten Markt für digitale Vermögenswerte positionieren.
Russland steht weiterhin unter westlichen Sanktionen, was grenzüberschreitende Aktivitäten einschränken und beeinflussen kann, wie lokale Krypto-Dienstleistungen mit globalen Märkten verbunden sind. Dennoch bietet die frühe Arbeit der Alfa-Bank über A-Token einen Ausgangspunkt, da Banken um lizenzierte Verwahrung, Tokenisierung und Krypto-Maklerdienste konkurrieren.
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