Der Sektor der Speicherchips hat offiziell das Territorium des Bärenmarktes betreten. Große Player wie Micron, Samsung, SK Hynix und der Roundhill Memory ETF sind alle um mehr als 20 % unter ihre letzten Schlusskurs-Höchststände gefallen.
Micron Technology, Inc., MU
Der dramatische Abschwung hielt an, obwohl Samsung beeindruckende Finanzergebnisse vorlegte. Der südkoreanische Technologieriese verzeichnete einen bemerkenswerten 19-fachen Sprung im operativen Gewinn, wobei vorläufige Zahlen einen operativen Gewinn von etwa 59 Milliarden USD bei einem Umsatz von 113 Milliarden USD ausweisen. Die Reaktion des Marktes war jedoch eindeutig negativ.
Diese klassische „Kaufen auf Gerüchte, verkaufen auf Nachrichten“-Dynamik griff schnell auf die gesamte Halbleiterlandschaft über.
Western Digital fiel während der Sitzung am Dienstag um fast 9 %. SanDisk, Intel, Applied Materials und Lam Research gaben gemeinsam über 100 Milliarden USD an Bewertung ab. Insgesamt haben die von Yahoo Finance verfolgten Chip-Aktien seit dem 25. Juni etwa 1,5 Billionen USD an Marktwert verloren.
Das entspricht nur sieben Handelssitzungen.
Fünfundzwanzig Halbleiterunternehmen haben in diesem Zeitraum Rückgänge von mindestens 20 % erlebt. Zu den Verlierern gehören Western Digital, Seagate, Teradyne, ON Semiconductor und GlobalFoundries.
Frühere Korrekturen bei Speicher- und Halbleiteraktien nach dem Markttief Ende März wurden schnell von Käufern aufgefangen. Diese Korrektur hat eine größere Ausdauer gezeigt und große Namen unter die Bärenmarkt-Schwelle gedrückt.
Der PHLX Semiconductor Index müsste zusätzlich um 9 % fallen, um offiziell in das Bärenmarkt-Territorium einzutreten. Allerdings leiden speicherfokussierte Unternehmen stärker.
Micron allein hat seit dem 25. Juni fast 350 Milliarden USD an Marktkapitalisierung verloren.
Trotz des starken Rückgangs weist der Sektor seit Ende März immer noch eine mediane Rendite von nahezu 60 % auf. Die Branche hat während dieser Rallye fast 5 Billionen USD an Marktwert hinzugewonnen, was bedeutet, dass dies eine Korrektur von hohen Bewertungen darstellt.
Der bevorstehende US-Börsengang von SK Hynix, der ursprünglich darauf ausgerichtet war, vom Speicher-Boom zu profitieren, findet nun unter erheblich schwierigeren Umständen statt. Marktbeobachter verfolgen das Angebot als entscheidenden Indikator für das Anlegervertrauen in die Branche.
Die zentrale Frage dreht sich darum, ob ein prominenter Börsengang unter den aktuellen Bedingungen die Investmentthese bestätigt oder darauf hindeutet, dass positive Erwartungen bereits vollständig in die Bewertungen eingepreist sind.
Einige Portfoliomanager bleiben ruhig. Mikhail Zverev, der den Amati Global Innovation Fund mitverwaltet, charakterisierte die Korrektur als Gewinnmitnahme aus überdehnten Positionen und nicht als Beweis für eine fundamentale Verschlechterung.
Allerdings identifizierte er ein strategischeres Anliegen. Er hob die chinesischen Speicherhersteller Yangtze Memory Technologies und ChangXin Memory Technologies als aufkommende Wettbewerbsherausforderungen für Samsung und vergleichbare Unternehmen hervor.
Die angekündigte Gewinnmeldung von Western Digital ist für den 29.07.2026 vorgesehen. Wall-Street-Analysten prognostizieren einen Gewinn je Aktie von 3,27 USD, was einem Wachstum gegenüber 1,66 USD im Vorjahreszeitraum entspricht. Die Aktie hält eine konsensierte Kaufempfehlung mit einem durchschnittlichen Kursziel der Analysten von 542,31 USD, basierend auf 46 deckenden Analysten.
Der Beitrag „Speicherchip-Aktien stürzen ins Bärenmarkt-Territorium: Was steckt hinter dem Rückgang?“ erschien zuerst auf Blockonomi.


