Fiserv (FISV) stieg um 3,71 % auf 53,70 $, nachdem Berichte große US-Banken mit seinem Debitnetzwerk in Verbindung brachten. Die Aktie legte am Montag im Nachhandel zudem um 4,4 % zu, bleibt aber im Jahresverlauf dennoch um 23 % im Minus. Der Anstieg folgte auf Gespräche über einen möglichen Verkauf des Zahlungsgeschäfts seines STAR-Netzwerks.
Fiserv hat mit JPMorgan und Bank of America Diskussionen über den Verkauf seines Geschäfts für Zahlungsinfrastruktur geführt. Die Einheit wickelt Debitkartentransaktionen zwischen Banken, Händlern, Verbrauchern und digitalen Handelskanälen ab. Die Gespräche sind Teil einer umfassenderen Überprüfung, während Fiserv daran arbeitet, die Performance zu verbessern.

Laut Reuters haben sich auch Wells Fargo und PNC Financial Services Group in den letzten Monaten an den Diskussionen beteiligt. Es wurde jedoch keine Vereinbarung erzielt, und die Gespräche könnten weiterhin ohne Deal enden. Die Quelle wünschte Anonymität, da die Informationen vertraulich bleiben.
Der potenzielle Verkauf erfolgt nach einer schwierigen Phase für das Zahlungsunternehmen. Fiserv sah sich aufgrund schwacher Marktperformance und Führungswechsel unter Druck gesetzt. Daher scheint das Unternehmen darauf fokussiert zu sein, die Betriebsabläufe neu zu gestalten und seine Geschäftsmischung zu stärken.
Das STAR-Netzwerk bietet Routing-Infrastruktur für Debit-, ATM-, E-Commerce- und andere Zahlungstransaktionen. Es verbindet Banken, Händler, Karteninhaber und Zahlungsplattformen im gesamten US-Markt. Das Geschäft spielt eine zentrale Rolle im Portfolio der Zahlungsnetzwerke von Fiserv.
Fiserv gibt an, dass STAR mehr als 115 Millionen Debitkarteninhaber im ganzen Land bedient. Es unterstützt auch Karten, die von mehr als 2.800 Finanzinstituten ausgegeben werden. Infolgedessen besitzt die Einheit strategischen Wert für große Banken, die eine breitere Kontrolle über Zahlungen anstreben.
Das Netzwerk könnte Banken anziehen, da es zwischen wichtigen Transaktionsparteien positioniert ist. Es unterstützt auch Zahlungsflüsse über physische und Online-Kanäle. Seine Größe könnte jedoch regulatorische und politische Aufmerksamkeit erregen, wenn große Kreditgeber ein Eigentum anstreben.
Jede Transaktion würde in einer Phase erfolgen, die für große US-Banken regulatorisch unterstützender ist. Das Umfeld hat Kreditgeber ermutigt, Wachstum im Bereich Zahlungen und Finanzinfrastruktur zu erkunden. Daher könnte ein Netzwerkdeal zu breiteren Expansionsplänen passen.
Das Wall Street Journal berichtete zuerst über die Gespräche und verknüpfte sie mit Vorschriften für Debitkartengebühren. Der Bericht besagte, dass Bankeneigentum Kreditgebern helfen könnte, bestimmte bundesstaatliche Gebührenobergrenzen zu umgehen. Diese Möglichkeit könnte die Prüfung durch Gesetzgeber, Aufsichtsbehörden und Händlergruppen verstärken.
Einige Unternehmen prüften das Fiserv-Netzwerk, zogen sich später jedoch aus dem Prozess zurück. Sie äußerten Bedenken, dass ein Deal Gegenreaktionen von Aufsichtsbehörden und Händlern auslösen könnte. Dennoch zeigen die Gespräche ein starkes Interesse an der Zahlungsinfrastruktur trotz rechtlicher und politischer Risiken.
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