Die Oracle (ORCL)-Aktien erholen sich am Montagmorgen und steigen im vorbörslichen Handel nach einer brutalen Verlustserie von neun Sitzungen um etwa 3,5 %. Dieser anhaltende Rückgang löschte 24 % des Aktienwerts aus – die schlechteste Performance des Unternehmens seit Dezember 2021.
Oracle Corporation, ORCL
Die Aktien bewegen sich derzeit um 140,27 $, gefährlich nah am 52-Wochen-Tief, was einem Rückgang von 27 % im vergangenen Halbjahr entspricht. Zum Vergleich: Die Aktie notiert jetzt 57 % unter ihrem Rekord-Schlusskurs vom 10.09.2025.
Der Zeitpunkt dieses Ausverkaufs ist besonders auffällig. Während die breitere Softwarebranche eine Erholung erlebt, hat sich Oracle in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF verzeichnete bis letzten Donnerstag fünf Gewinn-Sitzungen in Folge und legte in diesem Zeitraum um über 10 % zu. Oracle widersetzte sich dem Trend völlig.
Seit dem Erreichen eines Jahreshochs 2026 von 248,15 $ zum Schlusskurs am 01.06. ist ORCL an 18 der folgenden 22 Handelstage gefallen. Dies ist keine kleine Korrektur – es stellt einen anhaltenden Abwärtstrend dar.
Das grundlegende Problem, das die Anleger beunruhigt, hängt nicht mit den Wachstumsperspektiven zusammen. Es dreht sich um die Ausgaben. Die Marktteilnehmer werden zunehmend nervös angesichts Oracles massiver Investitionsausgaben und der wachsenden Schuldenlast. Das Unternehmen baut aggressiv eine KI-Infrastruktur auf, was erhebliche finanzielle Ressourcen erfordert.
Piper Sandler behielt sein Übergewichten-Rating mit einem Kursziel von 225 $ bei und erkannte diese Anlegerängste direkt an. Das Unternehmen hob Bedenken hinsichtlich des Kapitalbedarfs für die Entwicklung der KI-Infrastruktur, Kundenkonzentrationsrisiken, Margendruck und Fragen dazu hervor, wie sich KI-Investitionen in tatsächliche Umsätze umsetzen lassen.
Der Mizuho-Analyst Siti Panigrahi, eine der optimistischsten Stimmen mit einem Kursziel von 320 $, räumte ein, dass Oracle wahrscheinlich eine externe Finanzierung benötigen wird, um seinen Investitionsbedarf zu decken. Er identifizierte speziell "Finanzierungsherausforderungen" als einen bedeutenden Risikofaktor – obwohl er die Aktie als eine der bevorzugten Empfehlungen von Mizuho nannte.
Trotz des starken Ausverkaufs bleibt die Stimmung der Wall-Street-Analysten bemerkenswert stark. Ganze 84 % der Analysten, die ORCL verfolgen, behalten ihre Kaufen-Bewertungen bei, laut FactSet-Daten. Dieses Niveau an bullischem Konsens wurde in den letzten zwei Jahrzehnten nur einmal übertroffen, kurz im Mai 2011.
Das Konsens-Kursziel liegt bei 254,84 $ – was ein potenzielles Aufwärtspotenzial von etwa 82 % gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Donnerstag bedeutet.
KeyBanc hat letzten Monat seine Schätzungen nach oben korrigiert, was auf ein wachsendes Vertrauen hindeutet, dass das Wachstum der Betriebsausgaben diszipliniert bleiben wird. Das Unternehmen behielt sein Übergewichten-Rating mit einem Ziel von 300 $ bei und nannte das Kostenmanagement als Haupttreiber für zukünftige Gewinne.
Evercore ISI behielt sein Outperform-Rating mit einem Ziel von 245 $ bei, hob Oracles erheblichen KI-Auftragsbestand hervor und merkte an, dass die aktuellen noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen des Unternehmens 77 Mrd. $ erreichten.
Die Forschung von Piper Sandler bietet eine zusätzliche Perspektive: Das Unternehmen erwartet, dass im Geschäftsjahr 2027 etwa 2.400 Megawatt an OCI-Kapazität potenziell an den Start gehen könnten, was etwa 2,2 Mrd. $ an Umsatz generieren könnte, die derzeit in den Konsensprognosen fehlen.
Freedom Broker senkte sein Ziel von 230 $ auf 210 $ bei gleichzeitiger Beibehaltung der Kaufen-Bewertung und charakterisierte Oracles Übergang zur KI-Compute-Infrastruktur als langfristig positive Entwicklung.
Oracles PEG-Verhältnis liegt derzeit bei 0,69, was Piper Sandler so interpretiert, dass die Aktie im Verhältnis zu ihrer Wachstumstrajektorie unterbewertet erscheint.
Das Umsatzwachstum in den letzten zwölf Monaten erreichte 17 %, und Piper Sandler beobachtete, dass der neue CFO eine konservativere Prognose einführen könnte – was die Erwartungen potenziell so neu kalibriert, dass die Aktie Aufwärtsmomentum erhält.
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