Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat Details zur "Lean Ethereum"-Roadmap geteilt, die er als die dritte große, langfristige Weiterentwicklung des Ethereum-Protokolls bezeichnet.
Laut Buterin wird dieser Prozess aus einer Reihe wichtiger Protokolländerungen bestehen, die in den nächsten drei bis vier Jahren schrittweise eingeführt werden, anstatt als einmaliges Update.
Buterin erklärte, dass sich Ethereum-Forscher vor zwei Wochen in Berlin trafen, um die langfristige Ausrichtung des Protokolls neu zu bewerten, nachdem im April Diskussionen mit Client-Teams in Svalbard stattgefunden hatten. Buterin sagte, dass Lean Ethereum die dritte große Phase für Ethereum nach dem Merge darstellt.
Einer der Schlüsselaspekte der Roadmap wird die Verwendung von rekursiven STARKs anstelle einer direkten Neuausführung im Verifizierungsprozess sein. Das Ziel ist es, rekursive STARKs zu einer nativen und grundlegenden Verifizierungskomponente des Ethereum-Protokolls zu machen.
Ein weiteres kritisches Thema ist die Quantensicherheit. Buterin erklärte, dass der Ersatz von quantenangriffsgefährdeten kryptografischen Strukturen auf Ethereum durch quantensichere Alternativen nun eine viel höhere Priorität hat. Er erwähnte speziell, dass die Quantensicherheit des Blob-Designs dringend geworden ist und dass die Arbeiten in diesem Bereich seit Monaten laufen.
Im Rahmen der Lean-Ethereum-Initiative sind auch erhebliche Änderungen an der Konsensstruktur geplant. Laut Buterin wird ETH auf eine einfachere, schnellere und theoretisch sicherere Struktur hinarbeiten, die die nutzbare Chain vom Finalitätsmechanismus trennt und die Finalität in ein oder zwei Runden bereitstellt.
Die Roadmap hebt ein multidimensionales Gas-Modell, Änderungen an der Client-Architektur, die Vereinfachung des Protokolls und seine Zukunftssicherheit hervor. Buterin erklärte, dass diese Transformation so gestaltet wird, dass Unterbrechungen bestehender Anwendungen minimiert werden, und erinnerte daran, dass Ethereum zuvor mit dem Merge erfolgreich einen Übergang in ähnlichem Umfang abgeschlossen hat.
Laut Buterin wird der auffälligste und potenziell veränderungsreichste Teil des Plans die Zustandsstruktur von Ethereum betreffen. Es gibt einen wachsenden Konsens, die aktuelle "dynamische Zustands"-Struktur weitgehend beizubehalten, sie aber nur in begrenztem Umfang zu skalieren; im Gegenzug sollen neue, skalierbarere, aber restriktivere Zustandstypen hinzugefügt werden.
Buterin erklärte, dass eine Modell-Ethereum-Architektur für 2030 2 TB des aktuellen dynamischen Zustands und 100 TB des neuen, skalierbaren, aber eingeschränkteren Zustands umfassen könnte. Er merkte an, dass dieser neue Zustandstyp gut für ERC-20-Token, Non-fungible-Token (NFT) und viele DeFi-Anwendungsfälle geeignet sein könnte, aber möglicherweise nicht gleichermaßen für Uniswap-Verträge, On-Chain-Orderbücher oder komplexere zentralisierte Strukturen.
Buterin erklärte, dass das Umschreiben bestehender Implementierungen nicht zwingend erforderlich wäre, aber dass beispielsweise die Migration eines ERC-20-Tokens auf das neue UTXO-Speicherdesign die Transaktionsgebühren um mehr als das Zehnfache senken könnte. Zu den Ideen für neue Zustandstypen gehören Keyed Nonces, Ringpuffer, UTXOs, statisch zugänglicher Zustand und transienter Zustand.
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Ethereum strebt auch eine deutliche Verschiebung in seinem Datenschutzansatz an. Buterin erklärte, dass Datenschutz kein nachträglicher Einfall mehr ist, sondern ein primäres Ziel. Er erläuterte, dass bei der Gestaltung von Frameworks wie Frames, Mempool und Zustandsbaum die Methoden, mit denen quantensichere und vermittlerfreie Datenschutztransaktionen diese Strukturen durchlaufen würden, sowie die damit verbundenen zusätzlichen Kosten klar berücksichtigt wurden.
Buterin erklärte außerdem, dass Ethereum eine virtuelle Maschine außerhalb der EVM benötigen würde. Er erläuterte, dass mindestens eine leanISA-ähnliche Struktur für rekursive STARKs notwendig sei, und fügte hinzu, dass der Benutzerzugang zu dieser Struktur erhebliche Vorteile in Bezug auf programmierbaren Datenschutz und bessere Skalierbarkeit bieten würde. Unter den aktuellen Kandidaten stechen leanISA und RISC-V hervor.
Buterin erklärte, dass er in einem idealen Szenario möchte, dass die EVM zu einem Feature auf der Compiler-Ebene der Hochsprache wird, wobei sich das Protokoll direkt auf Konstrukte wie RISC-V oder leanISA konzentriert. Er fügte jedoch hinzu, dass dies immer noch ein langfristiges Ziel sei.
Andererseits werden Erhöhungen des Ethereum-Gas-Limits, Steigerungen der Blob-Kapazität und Verkürzungen der Slot-Dauer in den nächsten fünf Jahren oder so voraussichtlich häufiger thematisiert. Buterin erklärte, dass sie mit der kommenden Glasterdam-Aktualisierung eine deutliche Erhöhung des Ethereum-Gas-Limits erwarten. Er merkte an, dass jede Skalierungserhöhung oder Slot-Dauer-Verkürzung implementiert wird, wenn sie durch Client-Optimierungen und Protokolländerungen sicher gemacht wird.
*Dies ist keine Anlageberatung.
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