David Bailey, der Gründer von Nakamoto, sagte gestern, dass der BIP-110-Vorschlag nicht weiterverfolgt wird, nur wenige Wochen bevor er live gehen sollte.
Er gab die Bekanntgabe auf X bekannt, wo er den gescheiterten Softfork als „unglaublich bullisch für Bitcoin“ bezeichnete und die Kampagne hinter seiner Annullierung als „feindliche Übernahmeversuch“ beschrieb.

BIP-110, auch bekannt als Reduced Data Temporary Softfork (BIP-444), wurde im Dezember 2025 vom Entwickler Dathon Ohm eingeführt. Der Vorschlag wurde eingeführt, um unnötige Daten zu reduzieren, die zu Bitcoin-Transaktionen hinzugefügt werden, was laut einigen die Art und Weise verzerrt, wie das Netzwerk genutzt wird, und die Rolle von Bitcoin als Geldform bedrohen könnte.
Um diese Bedenken auszuräumen, schlug BIP-110 strenge neue Grenzen für Transaktionsdaten vor. So würden neue Outputs auf 34 Bytes begrenzt, bestimmte Datentypen auf 83 Bytes beschränkt und andere technische Einschränkungen umgesetzt. Die neuen Regeln waren so konzipiert, dass sie nur ein Jahr lang gelten, wobei ältere Coins nicht betroffen sind.
Trotz monatelanger Diskussionen erhielt der Vorschlag nie wirklich genug Unterstützung. Bis Februar waren weniger als 10 % der Bitcoin-Nodes dafür, und keiner der Top-20-Miningpools schloss sich an.
Bailey, der Gründer von Nakamoto, bestand darauf, dass dies nicht auf Apathie, sondern auf eine starke Ablehnung der Kernideen von BIP-110 zurückzuführen sei. Er beschrieb die Debatte als „Informationskrieg“ und beschuldigte einige Entwickler, das Netzwerk kapern zu wollen.
Auch andere Experten äußerten ihre Bedenken. BitMEX Research warnte Bailey, dass die Änderungen Wallets beschädigen, beliebte Tools stören und sogar dazu führen könnten, dass Menschen Gelder verlieren.
Andere wiesen darauf hin, dass die Begrenzung von Daten Spam oder bösartige Transaktionen möglicherweise nicht stoppen könnte und dass sie das Bitcoin-Netzwerk in konkurrierende Versionen aufspalten könnte, was rivalisierende Coins wie Bitcoin Cash und Bitcoin SV hervorbringen würde.
Die Debatte über Daten in Bitcoin ist nicht neu. Einige glauben, dass zu viele Daten das Netzwerk überladen und es für Einzelpersonen schwieriger machen, Bitcoin-Nodes zu betreiben (was für Sicherheit und Dezentralisierung notwendig ist).
Andere, wie Martin Habovštiak, haben gezeigt, dass es selbst mit den neuen Grenzen immer noch möglich ist, große Dateien auf der Blockchain zu speichern, nachdem er berühmt dafür wurde, ein 66-Kilobyte-Bild als Beweis auf die Blockchain hochzuladen.
Die Kontroverse verschärfte sich im vergangenen Jahr noch, als ein Software-Update im Oktober langjährige Datengrenzen aufhob, was einige Nutzer dazu veranlasste, auf eine Alternative namens Bitcoin Knots umzusteigen. Im Februar machte Knots fast ein Viertel aller Bitcoin-Nodes aus.
Während die Gefahr einer Netzwerkaufspaltung oder beschädigter Wallets vorerst gebannt ist, gehen die Argumente über BIP-110 weiter. Einige befürchten, dass Bitcoin stärkerem Druck von Regulierungsbehörden ausgesetzt sein könnte oder dass seine Transaktionsgebühren aufgrund datenintensiver Funktionen wie „Ordinals“ und „Runes“ steigen könnten, die jetzt mehr als 67 % der Netzwerktransaktionen ausmachen.
Es besteht auch die Chance, dass eine kleine Gruppe von Node-Betreibern und Minern versuchen könnte, BIP-110 auf eigene Faust zu aktivieren, was zwei parallele Versionen von Bitcoin schaffen würde: eine mit strengeren Datenregeln und eine ohne.
Im Moment atmet die Bitcoin-Community jedoch auf, da das Risiko einer disruptiven Aufspaltung vorerst verschwunden ist, zumindest bis der nächste Vorschlag auf den Tisch kommt.
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